Therapieschwerpunkt – Allergie Emotionale Mentale Betrachtung

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Die Allergie ist Ausdruck starker Abwehr und falsch gelebter Aggression.

Ebert, Wolfgang M.. Die Blutanalyse in der alternativen Medizin: Die Quintessenz aus Fachvorträgen von über 20 Jahren (German Edition) . Mönnig Verlag. Kindle-Version.

Das Problem der Allergie besteht zum großen Teil im Umgang mit der eigenen Aggression. In diesem Zusammengang erscheint auch der Begriff Angst, der hier als „Wissenslücke“ bzw. „Informationsdefizit“ verstanden wird.

Ebert, Wolfgang M.. Die Blutanalyse in der alternativen Medizin: Die Quintessenz aus Fachvorträgen von über 20 Jahren (German Edition) . Mönnig Verlag. Kindle-Version.

Meine eigene Interpretation der allergischen Neigung:

Grundsätzlich erscheint uns eine Allergie als eine fehlgesteuerte, nicht im Verhältnis zur Schädigung stehende Immunfunktion. Unser Immunsystem oder unsere Abwehr, wie wir sie auch nennen können, bekämpft dabei großmolekulare Substanzen. Diese Allergene, so nennen wir diese Substanzen, haben jedoch für unseren Organismus entweder keine oder eine nur geringe reale Schädigungswirkung. Da unser Immunapparat natürlich nur eine begrenzte Leistungsfähigkeit besitzt, fehlen dem Abwehrsystem logischerweise die Energien, oder Potentiale, die im Rahmen des Kampfes gegen unschädliche Allergene verloren, gehen. Nun kann unser Immunsystem aufgrund des Verlustes, durch das sinnlose und selbstzerstörerische allergische Geschehen zwangsläufig nur noch einen Teil seiner Funktionen durchführen, für die es geschaffen ist. Mit anderen Worten müssen nun verschiedene, jedoch auch höchst wichtige Abwehrfunktionen vernachlässigt werden. Wir haben nun mindestens 2 so genannte Krankheiten. Die vordergründig bekannte Allergie, also überschießende Immunreaktion gegen Substanzen, die keinen oder kaum feindlichen Charakter haben und die daraus resultierende Schwächung des Organismus und seiner Immunfunktionen an anderer Stelle. Zusätzlich führt dieser immunologische Abwehrkampf zu Schäden im Kampfgebiet, also verschiedenen Körperregionen, je nachdem, wo sich die Allergie bemerkbar macht. Wir kennen bereits viele Krankheiten, die sich auf gestörte Immunfunktionen zurückführen lassen. Und es werden immer mehr, von denen wir erkennen, daß ein Zusammenhang mit der fehlgesteuerten Abwehrfunktion besteht. Bei Krankheiten des rheumatischen Formenkreises bekämpft unser Immunsystem körpereigene Substanzen, ebenso bei der multiplen Sklerose und vielen anderen Autoimmunkrankheiten. Bei all diesen Formen führt unser Organismus Abwehrwaffen, die ihm eigentlich zum Schutz vor feindlichen Substanzen und Erregern zur Verfügung stehen in den Kampf gegen den eigenen Körper. Im weiteren Verlauf möchte ich über einige Anschauungen sprechen, die dieses selbstzerstörerische Geschehen möglicherweise erklären können.

PSYCHOSOMATIK

Im engeren Sinne verstehen wir unter Psychosomatik die Wirkung der psychischen Aktivitäten, also unserer Emotionen auf unseren Organismus. Wichtig erscheint die Erkenntnis: Die oberste Instanz der Steuerung unserer körperlichen Funktionen ist unser zentrales Nervensystem, der Sitz unserer Psyche. Ob nun mit Hilfe des animalen Nervensystems zum Beispiel eine Hand bewusst ein Glas ergreift, oder mit Hilfe des Vegetativen Nervensystems zum Beispiel die Verdauung aktiviert wird, oder mit Hilfe des Hormonsystems zum Beispiel der Zyklus der Frau gesteuert wird. Immer führt der Körper Tätigkeiten infolge der Steuerung durch unsere Psyche aus. Ist unsere Psyche gesund, so werden die gesunden Signale in unseren Organen gesunde Funktionen erfüllen. Ist unsere Psyche krank, so werden anfangs noch gesund und funktionell arbeitende Organe Fehlsignale erhalten, die innerhalb der Organe zu funktionellen Störungen führen. Wird ein Organ über einen längeren Zeitraum fehlgesteuert, so wird es nach unterschiedlicher Zeit ggf. unterschiedliche organische Schäden erleiden. Nun ist das Organ ggf. nicht mehr funktionell gestört, sondern organisch gestört. Ein neuer Wissenschaftszweig, die Psycho-Neuro-Immunologie befasst sich mit Phänomenen, bei denen das Immunsystem durch das Nervensystem von der Psyche aus gesteuert wird. Dadurch erscheint es logisch, dass bei der Anwesenheit eines aggressionsauslösenden Feindbildes innerhalb unserer Psyche, auch ein aggressiveres immunologisches Geschehen entsteht. Zum Thema Feindbild etwas später.

WIDERSTAND

Widerstand, von der psychologischen Warte aus gesehen ist ein elementar wichtiger Mechanismus, der die Aufgabe hat, unsere Identitätsstruktur zu erhalten. Sagt jemand zu uns beispielsweise im 7. Stock eines Hauses:” Spring aus dem Fenster”, so würden wir ohne unsere Widerstandsfunktion springen. Möchten sie gerne nach München fahren, jemand schickt sie jedoch nach Hamburg, so fahren sie nach Hamburg, auch ohne zu wissen, was sie eigentlich dort sollten. Mit unserer Widerstandsfunktion fahren wir, unserem eigenen Motiv folgend, nach München. Unsere Widerstandsfunktion besteht zwar schon seit unserer Geburt, wird aber in unserer Pubertät gänzlich neu strukturiert. Oft ist diese Neustrukturierung der Anlass für intensivste Familienzwiste in dieser Zeit. Eltern können meist nicht verstehen, warum in dieser Phase so massiver Widerstand gegen alle, oder sagen wir besser fast alle elterlichen Motive gebildet wird, die die kindliche Identität einzuschränken drohen. Könnten wir uns besser an unsere eigene Pubertät erinnern, so hätten wir keine Probleme damit zu erkennen, dass Widerstand erst in der Folge von Beeinflussungsversuchen, gewissermaßen als Schutzmechanismus unserer Identität entstand. In unserem damals meist noch gesunden Widerstandsgeschehen bestand der konstruktive Widerstand noch in ähnlicher Intensität, wie die Beeinflussungsintensität. So viel zu dem gesunden Widerstandsgeschehen. Wie aber wurde es krank? Als Kinder hatten wir alle noch unseren eigenen Willen und unsere eigenen Meinungen über die Lebensaspekte, die uns betrafen. Zum Beispiel hatten wir unsere eigene Meinung über die Kleidung, die wir anziehen wollten. Wurden uns andere Dinge angezogen, als wir selbst wollten, so meldete sich unser Widerstand. Je nachdem, wie sich unsere Erzieher jetzt verhielten, wandelte sich unser gesunder Widerstand nun in ein krankes Widerstandsgeschehen. Im Falle, dass unsere Eltern mit großer falsch verstandener Dominanz und Gewalt unsere eigenen Motive ignorierten und unterdrückten entstand eine Blockade unseres Widerstandes und schließlich die äußerliche Resignation. In uns bestand in solchen Situationen ein “Riesenmaß” an Frustrationen, das sich wandelte in die Aggression. Aufgrund der unterdrückenden Dominanz unserer Eltern konnten wir diese Aggression jedoch nicht direkt nach außen in die Umwelt projizieren. Ein für uns weniger schädliches Folgegeschehen bestand darin, daß wir die Aggression auf andere Situationen, oder Menschen übertrugen. Scheinbar reduzierten wir dadurch die eigene Aggression. Oft jedoch glückte dieses Vorgehen nicht und wir waren gezwungen, die aus der Frustration gebildeten aggressiven Energien gegen uns selbst anzuwenden. Viele dieser selbstzerstörerischen Folgen sind uns bekannt. Ob es sich nun um Fingernägel – Beißen, eigene Haare ausreißen bis hin zur Artefaktbildung, also Selbstverletzungen handelt. Wurden hingegen unsere eigenen Motive nur teils und mit geringer Konsequenz blockiert, entstand eine Steigerung unserer Aggressionsbereitschaft und Aggressionsprojektion bis hin zu einem selbstzerstörerischen Widerstandsgeschehen. Was hat nun der Widerstand mit der Allergie zu tun? Widerstand auf psychischer Ebene hat wie schon gesagt die Aufgabe, die psychische Identitätsstruktur eines Individuums zu erhalten. Die körperliche Widerstandsfunktion, auch Immunsystem genannt hat im Wesentlichen die Aufgabe, die körperliche Integrität oder Identitätsstruktur eines Individuums zu erhalten. Bei Allergikern lassen sich nun überdurchschnittlich häufig Störungen dieser psychischen Widerstandsfunktionen finden. Es scheint eine Parallele zu bestehen, zwischen überschießendem immunologischem Widerstand gegen wertneutrale Substanzen und einem ähnlich überschießenden psychischen Widerstandsgeschehen gegen Realitätsanteile, in denen objektiv keine Schädigung der Identitätsstruktur des Individuums erkannt werden kann. So, wie ein Immunsystem also wertneutrale Blütenpollen bekämpft, bekämpft ein Mensch das “zur Kirche gehen” des übernächsten Nachbarn, wettert ein anderer gegen japanische Autos, schimpft ein anderer gegen das immer vorhandene Sauwetter, hasst jemand alle Politiker und wieder einem anderen wird schon schlecht beim Denken an die Punker. All diese Situationen haben gemeinsam, dass eine Emotion besteht, die nur Schaden für den Betreffenden bedeutet. Es entsteht Ärger, Wut oder Haß. Diese Reaktionsweise scheint jedoch nicht in der Lage zu sein, die misslich empfundene Realität zu verändern. Dieses Widerstandsgeschehen bedeutet also nur Schaden und keinen Nutzen. Ähnlich wie bei der Allergie. Nur Schaden und kein Nutzen. Psychisch wie körperlich werden Energien nur destruktiv verbraucht, die in anderen Bereichen fehlen um konstruktive Aufgaben zu erfüllen. Hier scheint eine zentrale Ursache aller Krebsformen begraben. Die Immunstruktur eines Patienten hat nicht genug Energien und Leistungsfähigkeit, um Krebszellen, von denen immerhin 6 Millionen pro Tag in einem gesunden Menschen entstehen, zu erkennen und zu eliminieren.

FEINDBILD

Angeboren hat der Mensch vermutlich ein sehr einfaches, aber geniales Wertsystem, das nur in der Lage ist, die Werte “Lebensfähigkeit und Lustbefriedigung” zu bejahen. Dieses Wertsystem beinhaltet keine Möglichkeit der Verneinung. Ganz anders das uns anerzogene Wertsystem. Es beinhaltet scheinbar vorwiegend das Ziel, negatives Feedback und daraus resultierende Ablehnungen zu vermeiden. Ablehnung löst Angst aus. Und so versuchen wir den Zustand der geringsten Angstempfindung zu erreichen durch intensives Rennen nach positivem Feedback. Durch die Werte unserer Erzieher teilten diese uns mit, was in der jeweiligen Kultur positiv oder negativ interpretiert wurde. All unsere Ideale wurden uns auf diese Art in unserer frühen Kindheit mitgegeben. Die Älteren unter uns können sich noch an die Feindbilder erinnern, die damals die Russen für den Deutschen bedeuteten. Aber nicht nur Russen, sondern viele andere wertneutrale Bestandteile unserer Realität wurden negativ interpretiert und zu Feindbildern gemacht. Und so können wir eine Definition aufstellen. Ein Feindbild ist die Interpretation der Schädigung und Gefährdung die mit einer Struktur verbunden wird. Strukturen sind Menschen, deren Denkens – oder Verhaltensweisen oder auch Situationen und Umstände. Die Existenz eines Feindbildes in unserer Psyche löst in erster Linie Angst aus. Unwesentlich scheint es, ob die Angst nun bewusst gefühlt wird oder “nur” unbewusst wirkt. Die durch das Feindbild entstandene Angst bewirkt einen Mobilisierungsprozess. Dieser Mobilisierungsprozess verursacht Fluchtverhalten oder ein aggressives, gegen das feindlich interpretierte Objekt gerichtetes Verhalten. Solange die Einschätzung eines Feindbildes in solchen Situationen der Realität entspricht, resultiert aus dem realistischen Feindbild ein konstruktives Flucht – oder Angriffsverhalten, das für unser Überleben günstig erscheint. Entspricht aber unsere Einschätzung eines scheinbaren Feindes nicht der Realität, weil dieses gar kein Feind ist, so resultiert ein irreales Feindbild, das durch die trotzdem ausgelöste Angst nun ein destruktives, also schädliches Flucht- oder Angriffsverhalten auslöst. Fühlen wir also gegenüber einem Löwen ein Feindbild, so wird das resultierende Fluchtverhalten die Erhaltung unseres Lebens bedingen. Fühlen wir aber gegenüber einem Polizisten, der uns auf der Straße für eine Fahrzeugkontrolle anhielt, ein Feindbild, so bedingt unser aggressives “Was wollen Sie denn von mir” keine konstruktive Situation. Das Feindbild Schwiegermutter verursacht häufig, dass wir an “dieser” kein gutes Haar mehr lassen. Das Feindbild “der böse Nachbar” wirkt ähnlich. Infolge unserer eigenen Feindbilder reagieren wir mit Verhaltensweisen, die aus unseren scheinbaren Feinden bald echte Feinde machen, weil denen gar nichts anderes übrig bleibt als unser Verhalten als aggressiv – angreifend zu interpretieren. Prinzipien scheinen zu sein: Unsere Feindbilder lösen Angst aus. Unsere Feindbilder reduzieren unsere Objektivität. Unsere Feindbilder verursachen Aggressionen. Unsere irrealen Feindbilder bewirken Zerstörungen. Feindbilder unserer Umwelt können unter anderem sein: bestimmte Wettersituationen, Völker, Berufsgruppen, andere Religionen, Sekten, die Frauen, die Männer, Kinder, der vor uns langsam herfahrende Autofahrer und vieles andere. Unsere Feindbilder bestehen natürlich nicht nur gegen unsere Umwelt. Innerhalb von uns dienen unser Übergewicht, unsere Pickel, Falten, zu lange oder zu kurze Arme, zu helle, zu dunkle oder zu wenig Haare und vieles andere als Feindbilder. Die polaren Gegenteile unserer Ideale stellen wieder andere Feindbilder dar: Aus unserem Gerechtigkeitsstreben entsteht unser Ungerechtigkeitsfeindbild. Aus unserem Liebesideal entsteht unser Feindbild gegen das Böse. Aus unserem Gesundheitsideal entsteht unser Feindbild gegen die Krankheit. Nun sind wir auch bereit, so genannte Krankheitssymptome in ein Feindbild zu zwingen. Fieber, Schmerz, Entzündungen und viele weitere gesunde Funktionen unseres Organismus werden feindlich betrachtet und dadurch bekämpft. Nun wird klarer, warum ich so großen Wert auf das Verständnis des Prinzips “Feindbild” lege. Noch klarer wird dieses Prinzip durch die vereinfachte Darstellung eines immunologischen Abwehrgeschehens. Stellen Sie sich vor, Sie seien ein weißes Blutkörperchen, das mit Abwehrfunktionen beauftragt ist. Sie könnten eine Mastzelle, ein T- oder B- Lymphozyt oder irgendein Granulozyt aus der großen Gruppe der Granulozyten sein. Sie dürfen sich aussuchen, in welche Rolle eines beliebigen weißen Blutkörperchens Sie schlüpfen möchten. Durch das Herz ihres Wirtsorganismus werden Sie durch das Blutgefäßsystem gepumpt. Auf Ihrem rumpeligen Weg durch Arterien und dem gemächlicheren durch die Venen verspüren Sie, sagen wir, im rechten Augenwinkel Ihres Wirtes, die Anwesenheit eines Fremdkörpers. Ihrem genetischen Auftrag entsprechend müssen Sie eine Konfrontation mit dem Gegenstand eingehen, um zu erkennen, ob es sich um eine neutrale oder feindliche Substanz handelt. Die Art wie Sie erkennen können ob neutral oder Feind besteht z. B. durch die Freisetzung von bestimmten Hilfsmitteln. Je nachdem für welches weißes Blutkörperchen Sie sich vorher entschieden haben, werden bei diesem Vorhaben von Ihnen bestimmte Hilfsstoffe freigesetzt. Auch jetzt können Sie sich wieder für verschiedene Hilfsstoffe entscheiden. Ob Sie Histamin, Serotonin, Prostaglandine, Kinine, Prostacycline, Leukotriene oder Thromboxan freisetzen liegt wiederum bei Ihnen. Dummerweise entsteht bei der Freisetzung mancher dieser Mediatoren, wie wir diese Hilfsstoffe auch nennen, für den Wirtsorganismus ein leichtes Jucken. Auf dieses Jucken kommen wir später zurück. Gehen wir davon aus, dass die Substanz, mit der Sie sich konfrontierten, neutralen Charakter hat, so ziehen Sie weiter Ihres Weges auf der Suche nach Feinden. Bezüglich der allermeisten Substanzen, mit denen Sie sich täglich konfrontieren wird, der Vorgang so ablaufen. So viel zum gesunden Ablauf. Kommen wir nun zu den allergischen Vorstufen. Wieder sind Sie, das weiße Blutkörperchen Ihrer Wahl, auf dem Weg durch das Blutgefäßsystem. Wieder finden Sie einen Fremdkörper und setzten auftragsgemäß beim Kennen lernen des Fremdkörpers manche der vorher beschriebenen Mediatorsubstanzen frei. Diesmal haben Sie jedoch mit Ihrem Wirtsorganismus Pech. Zwar ist die Substanz wieder neutral, nehmen wir an, es sei eine Blütenpolle. Im Moment der Freisetzung der Mediatorsubstanzen bewirken diese ein leichtes, kaum wahrnehmbares Jucken in dem Gebiet, in dem der ganze Vorgang sich abspielt. Ihres Wirtes Äußerung: “scheiß Jucken” in Verbindung mit seinem unwilligen Stirnrunzeln und seinem Ärger kriegen Sie natürlich nicht mit. Auch sein Feindbild, im Zusammenhang mit seinem Juckempfinden bleibt Ihnen verborgen. Was Sie mitkriegen ist nur der Orkan oder halbe Weltuntergang infolge des Reibens der monströsen Finger ihres Wirtes im Augenwinkel, in dem Sie sich gerade befinden. Obwohl Sie bereit gewesen wären, die Blütenpolle als neutral zu interpretieren, werden Sie aufgrund des Infernos, in das die reibenden Finger Sie gestürzt haben, die eigentlich neutrale Blütenpolle als hochfeindlich interpretieren. Nun sind Sie oder Ihre Freunde gezwungen, die Struktur der Blütenpolle als feindlich im immunologischen Gedächtnis zu speichern. Während dieses Vorganges erfüllen Sie Ihren immunologischen Auftrag in vorbildlicher Weise und rufen noch viele Ihrer weißen Blutkörperchenfreunde zu Hilfe, um dem scheinbaren Feind beizukommen. Die erschienenen Freunde, auch nicht faul greifen in den Vorgang ein, übernehmen Ihr Schreien “Feind, Feind” und setzen Ihrerseits Mediatorsubstanzen frei. Für Ihren Wirt heißt das, dass sein Juckempfinden sich in ungeahnte Größen intensivieren wird. Und damit natürlich sein Reiben und Kratzen im Augenwinkel. Und damit natürlich das Inferno. Teufelskreis. Alles begann mit einem harmlosen Kennen lernen zwischen einem harmlosen Blutkörperchen und einer harmlosen Blütenpolle. Durch das Feindbild des Wirtes gegenüber dem kaum empfindbaren Jucken entstand der aggressive Akt des zerstörerischen Augenreibens. Und daraus wiederum entstand eine Irreführung des Immunsystems gegen neutrale Substanzen. Besonders schädlich macht sich in dieser oder ähnlichen Situationen unser immunologisches Gedächtnis bemerkbar. Im Gesunden befinden sich in diesem Gedächtnis die Daten über feindliche Strukturen und Daten über die besten Waffen, die gegen Feinde angewandt werden können. Somit wird ein immunologisches Geschehen deutlich schneller und effizienter ablaufen, sobald es gespeichert ist. Genauso aber natürlich auch bei der Allergie. Eine Bahnung findet statt. Der destruktive Vorgang verläuft immer schneller und intensiver. Wir befinden uns im Zustand einer Allergie. Dieses Beispiel einer Allergieentstehung ist in erster Linie auf die Allergien im Haut-, Augen-, Nasen-, Rachen-, sowie im Lungenbereich anwendbar. Durch das neuere Wissenschaftsgebiet der Psycho-Neuro-Immunologie sind ergänzend zu dem eben genannten Beispiel auch noch direkte Einflussnahmen unserer Psyche auf das Immunsystem erklärbarer geworden. Eine aggressivere psychische Grundhaltung eines Patienten scheint eine weit höhere destruktive Aggressionsbereitschaft des Immunsystems zu bewirken.

FEINDBILDLÖSUNG

Gehen wir davon aus, dass wir einen Feind oder eine feindliche Situation erkennen können müssen um am Leben zu bleiben, so haben unsere Feindbilder einiges für sich. Beispielsweise entsteht infolge des Erkennens eines Löwen in freier Wildbahn durch unser Feindbild eine Angst, die zu einem Fluchtverhalten führt. In Verbindung mit Angst werden Körperreserven mobilisiert, die die Leistungsfähigkeit des Organismus derart intensivieren, dass wir dadurch eine Chance haben den nächsten Baum früher als der Löwe zu erreichen und ihn schneller als der Löwe zu ersteigen. Zugegeben, eine Löwenkonfrontation geschieht den Allerwenigsten innerhalb unserer Kultur noch. Aber in der Zeit, in der das menschliche Nervensystem, das Hormonsystem und das Immunsystem gebildet wurden, waren Lebenssituationen alltäglich, in denen nur derjenige überlebte, der ein intaktes Nerven-, Hormon- oder Immunsystem hatte. Teils dummer weise haben wir heute noch diese antiquierten 3 Systeme, die immer noch mit Macht versuchen ihre Aufgaben, die ihnen biologisch gegeben wurden, zu erfüllen. Versuchen wir uns, die heutigen Lebenssituationen vorzustellen, in denen wir ein Feindbild sehen. Welches unserer heutigen Feindbilder löst wirklich noch Gefahr für unsere Existenz oder Lustbefriedigung aus? Heute ist es in der Regel so, dass durch unsere fehlinterpretierten Feindbilder Lebenssituationen entstehen, innerhalb derer das Leben gestört oder sogar zerstört wird. Wir können also die Regel aufstellen, daß reale Feindbilder Ängste oder Aggressionen auslösen, die das Leben durch Flucht- oder Angriffsreaktionen erhalten. Hingegen führen irreale Feindbilder zu Ängsten oder Aggressionen, die das Leben durch Flucht- oder Angriffsreaktionen gefährden. Wenn diese Erkenntnis alles wäre, was wir benötigten, um ein irreales Feindbild zu lösen, so hätten wir leichtes Spiel mit unseren fehlinterpretierten Feindbildern. Aber diese Erkenntnis ist ein Teil der Voraussetzungen, die wir benötigen um irreale Feindbilder zu lösen. Provokativ will ich nun einige Thesen aufstellen, die unser bestehendes Wertgefüge mit seinen irrealen Feindbildern etwas durcheinanderbringen sollen. These 1 : Die Realität ist wertneutral. Wo immer wir Menschen etwas positiv oder negativ bewerten, geschieht dies durch irreale Werte in uns. These 2 : Liebe ist die Harmonieempfindung in der Folge der wertneutralen Akzeptanz gegenüber der Realität. These 3 : Negativinterpretationen gegenüber Realitätsanteilen resultieren aus Fehlverständnis. These 4 : Das Verstehen gegenüber Realitätsanteilen ist der Schlüssel zur wertneutralen Akzeptanz und damit zur Liebe. Gehen wir auf den Formenkreis der Allergie in Verbindung mit diesen 4 Thesen ein. Die meisten Allergiker sehen die Allergie oder deren Symptome negativ. Gehen wir darauf ein, was an der Allergie negativ sein könnte. Ist es das Immunsystem selbst, das uns die Allergie ja beschert? Nein, denn ohne unser Immunsystem könnten wir nicht leben. Sind es Teile des Immunsystems, also weiße Blutkörperchen, die Mediatorsubstanzen oder die Antikörper? Nein, denn die erfüllen ja auch nur die Aufgaben, zu denen sie genetisch gezwungen werden und die uns auch das Leben erhalten. Ist es das Jucken in Nase oder Augen? Nein, denn u.a. ursprünglich soll das Jucken ja zu einer Durchblutungsförderung im betreffenden Gebiet und damit zu besseren Stoffwechselleistung führen. Ist es die Sekretionssteigerung in der Nase, der Lunge oder das Tränen der Augen? Nein, denn das ist ja ursprünglich ein gesunder Entgiftungs- oder Reinigungsvorgang der das Antigenbefallene Gebiet von den Antigenen befreien soll. Ist es das Allergen selbst? Nein, denn ein Allergen ist in der Regel eine neutrale, körperunschädliche Substanz, die ihren Schädigungscharakter erst durch unser Bekämpfen erhält. Was also ist das Negative an der Allergie? These 5 besagt, daß die anerzogene Negativinterpretation gegenüber Teilen der Realität Feindbilder verursacht, die die Liebesfähigkeit gegenüber uns selbst verhindert und Gewalt gegen das Negativinterpretierte auslöst. Liebe uns gegenüber beinhaltet die völlige Integration aller unserer Strukturen und Funktionen. Was aber denken wir über einen schmerzenden Finger an unserer Hand? “Dieser blöde Finger! Ich könnt ihn abhacken!” Was denken wir über “unseren Husten”? “Der doofe Husten!” Wir entpersönlichen und desintegrieren einen unangenehmen Vorgang, ein Gefühl oder eines unserer Körperteile und projizieren unsere Aggressionen darauf. Anstelle unseren Körper wieder lieben zu lernen hacken wir durch aggressive Gedanken und Taten auf alles ein, was wir durch unsere irrealen Werte negativ bewerten. Lehnen wir zum Beispiel die Angst ab, weil unsere Kultur gegenüber der Angst eine oft negative, ablehnende, feindliche Haltung einnimmt, so liegt es für uns nahe, etwas gegen die Angst zu unternehmen. Zuerst ignorieren wir sie, solange es geht. Weil unsere Angst in der Folge der Ignoranz steigt, müssen wir uns bald zwingen, Dinge zu tun, die die Angst nun versucht zu verhindern. Und weil die Angst dadurch nur noch weiter steigt, sind wir bald gezwungen, zu Psychopharmaka zu greifen, um Dinge noch tun zu können, die eine übermächtige Angst versucht zu verhindern. Daß diese Angst nun zu einem massiven Feindbild wurde und in dieser Phase vehement bekämpft wird ist allen verständlich. In dieser Phase haben wir meist schon längst vergessen, daß alles dadurch begann, dass wir selbst den ersten Stein gegen die Angst warfen, indem wir unsere damals noch geringe Angst ignorierten. Bei den Allergien verläuft der Vorgang nicht unterschiedlich. So, wie die Angst durch Ablehnungsvorgänge sensibilisiert und intensiviert wird, entstehen durch dieselben Ablehnungsvorgänge Sensibilisierungen des Immunsystems gegen wertneutrale Substanzen, bis wir diese wertneutralen Substanzen schließlich zu Allergenen gemacht haben. Wo immer wir ein irreales Feindbild innerhalb unserer Psyche gegenüber neutralen oder sogar gesunden Funktionen unseres Körpers oder seiner Funktionen haben, werden wir es sein die die ersten Steine werfen. Wir sind dann auch die, die sich beklagen über die destruktiven Reaktionen unseres Organismus, die wir durch unser Steinwerfen jedoch ausgelöst haben. Durch unser Feindbild haben wir unseren Organismus zu einem Opfer gemacht, das wir nun als Aggressor betrachten, weil sich dieser Organismus wehrt. Nun betrachten wir uns als die armen angegriffenen Opfer der feindlich interpretierten Reaktionen unseres Organismus. Alle bekannten Kriege oder Familienzwiste verliefen nach demselben Muster einer Feindinterpretation. Bei genauerer Betrachtung jedoch gab und gibt es immer nur Opfer. Lernen wir also, innerhalb all unserer Negativinterpretationen Aufträge zu sehen, die Realität so verstehen zu lernen wie sie zu sein scheint. Neutral.